Stiftungsaufgabe
Wieso wurde die Maristenstiftung Mindelheim gegründet?
Die Internatslandschaft hat sich seit den 70er Jahren strukturell erheblich gewandelt: Aufgrund optimaler schulischer Versorgung ist der Aufenthalt in einem Internat für den Besuch der Schule nicht mehr notwendig. Fast alle Schüler in Bayern können ihre Schule auch von zu Hause aus erreichen. Zahlreiche Internate in Deutschland mussten infolgedessen schließen.
Die Internate, welche diesen Wandel überlebt haben, erhielten eine neue Funktion. Die bestehenden Internate spalten sich in drei Gruppen:
Die erste Gruppe sind Eliteinternate mit monatlichen Pensionskosten in Höhe von 2000€ aufwärts.
Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um Internate, die sich um sozial schwächer gestellte Kinder und Jugendliche kümmern – diese werden hauptsächlich vom Staat, der Kirche und den Jugendämtern getragen.
Bei der dritten Gruppe, wie bei unserem Internat der Maristenbrüder, handelt es sich um eine gesellschaftlich ausgewogene Mischung, bei der Jugendliche mit familiär und finanziell guter Absicherung mit Jugendlichen in einer wie auch immer gearteten Problemlage miteinander leben.
Es entspricht unserer Überzeugung, dass es allen Jugendlichen erheblich für die persönliche Entwicklung nützt, wenn sie in einem gesellschaftlich repräsentativen Querschnitt aufwachsen können. Hier liegen Chancen für alle Jugendlichen verborgen. Wenn Hauptschüler mit Gymnasiasten und sozial schwächer gestellte mit gut situierten Jugendlichen zusammen in gleichen Bedingungen leben, baut dies mögliche Vorbehalte ab und rückt ins Bewusstsein, dass letztlich keine Unterschiede zwischen Menschen zu machen sind. Erziehung soll eine Miniatur gesellschaftlichen Lebens darstellen und nicht in eine wie auch immer geartete Isolation ausarten.
Außerdem wendet sich das erzieherische Anliegen der Maristenbrüder selbstverständlich in erster Linie an die sozial schwachen Jugendlichen.
Wen unterstützt die Maristenstiftung?
Um das Spannungsverhältnis zwischen gut situierten und sozial schwachen Jugendlichen auszugleichen, unterstützt die Maristenstiftung diejenigen Schüler, die sich den Internatspreis nicht leisten können.
Junge Menschen sind vielfach schlimmen familiären Situationen ausgesetzt und brauchen Halt und Sicherheit, was ihnen das Internat zu geben versucht.
Durch Scheidung, Verschuldung oder Alkoholismus geraten Jugendliche in soziale Not und bedürfen dringend einer Hilfe. Neben die sozialen Probleme tritt häufig eine mangelnde schulische und menschliche Unterstützung vom Elterhaus.
Aus der sozialen Problematik resultiert nicht selten ein schulischer Abstieg. Das Internat der Maristenbrüder in Mindelheim möchte diesen Kindern und Jugendlichen den Start ins Leben erleichtern. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass dadurch ein kommendes, zukünftiges Problem für unsere Gesellschaft abgefangen werden kann.
Zerrütteten Familien ist es vielfach nicht möglich eine dringend notwendige Unterbringung in einem Internat zu finanzieren.
Exakt in diesem Fall greift die Maristenstiftung Mindelheim ein und entzieht die Jugendlichen den konfliktgeladenen, häuslichen Situationen und trägt dafür Sorge, dass sich an eine menschliche Katastrophe nicht auch noch mangelnde schulische Bildung knüpft.
Gegenwärtig fördert die Maristenstiftung Mindelheim mehrere Jugendliche und gewährleistet durch die ermöglichte Internatserziehung eine wichtige Vorraussetzung für schulischen Erfolg und eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung. Diese Jungen erhalten von der Stiftung Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe. Im Schuljahr 2005/2006 hat die Stiftung erstmalig einen Förderpreis für Kinder und Jugendliche am Maristeninternat ausgeschrieben, der an Schüler vergeben werden soll, die sich im laufenden Schuljahr besonders durch soziales Engagement ausgezeichnet haben.
So versucht die Maristenstiftung im Internat in Mindelheim mit direkter Hilfe am jungen Menschen das Erbe des Ordensgründers Marzellin Champagnat weiterzutragen. Bedauerlicherweise müssen immer wieder Anträge hilfsbedürftiger Familien auf Grund von Geldmangel des Stiftungsvermögens abgewiesen werden.

